Heat Stress Degree Days

Die Sommer werden heißer, Trocken und Dürre-Perioden länger. Für Landwirte und Gewächshausbetreiber ist das nicht nur ein gefühltes Problem, es gefährdet Erträge und die Gesundheit der Pflanzen. Doch es gibt eine präzise, datenbasierte Möglichkeit, Hitzestress zu verstehen und gezielt zu managen: Heating „Stress“ Degree Days (HDD/HSDD) und das verwandte Konzept der Growing Degree Days (GDD).

Doch was genau steckt hinter diesen Begriffen, und wie können sie Ihnen im Alltag helfen? Dieser Beitrag erklärt die Methode und zeigt, wie sie in der Landwirtschaft und im Gewächshaus zur Erfolgsstrategie wird.

HDD Heating-Degree-Days Hitze Dürre Stress

Warum sind Heat Stress Degree Days so wichtig?

1. Hitzestress frühzeitig erkennen

Ein großer Vorteil der HSDD-Methode ist die Objektivierung. Statt auf subjektive Eindrücke zu vertrauen, liefern die Messdaten klare Zahlen. Das ist besonders wertvoll, da Pflanzen auch bei vermeintlich moderaten Temperaturen über längere Zeiträume hinweg unter Hitzestress leiden können . Die kumulativen Werte zeigen, wann eine kritische Schwelle erreicht ist.

2. Bessere Bewässerungsentscheidungen – Keine Dürre

In Dürreperioden ist jeder Tropfen Wasser kostbar. HSDD-Daten helfen, den tatsächlichen Wasserbedarf der Pflanzen präziser einzuschätzen. Denn bei Hitzestress verdunsten Pflanzen mehr Wasser und der Bewässerungsbedarf steigt. Mit den HSDD-Werten können Sie gezielter und effizienter bewässern. Mehr zum Thema Bewässerung und Wasser Sparen!

3. Erntetermine und Sortenwahl optimieren

Die Auswertung von HSDD über mehrere Saisons hinweg gibt Aufschluss über das Hitzestress-Risiko Ihres Standorts. Sie können besser einschätzen, ob eine bestimmte Sorte für Ihr Klima geeignet ist oder ob frühere Aussaattermine helfen, die kritische Hitzephase zu umgehen .

4. Ertragseinbußen vorhersagen

Die Purdue University hat einen interessanten Richtwert für Mais ermittelt: Überschreitet die akkumulierte SDD-Summe z.B: 140, ist es schwierig, einen überdurchschnittlichen Ertrag zu erzielen . Solche Schwellenwerte können für viele Kulturen entwickelt werden – eine wertvolle Planungsgrundlage.

HDD-Banner-Heating-Degree-Days-Heatstress-Crops
Hitzestress Duerre App Dashboard Notification

Haben Sie die aktuelle Lage immer und überall im Blick.

Dank unserer Lösung haben Sie nicht nur ein permanentes Monitoring von Hitzestress. Sie können auch direkt Ihre Kühlung, Lüftung oder Bewässerung steuern , um aktiv gegenzuwirken.

  • Echtzeitbenachrichtigungen bei Hitzestress
  • Automatisierung der Bewässerung / Lüftung
  • Datenbasierte Analyse aus Kombination von lokalen Sensoren und Wetterdaten

Fazit: Heat Stress Degree Days – Ihr Frühwarnsystem gegen Hitzestress

In Zeiten des Klimawandels ist Hitzestress eine der größten Herausforderungen für die Landwirtschaft. Die Methode der Heat Stress Degree Days liefert Ihnen eine klare, objektive Messgröße, um dieses Risiko zu verstehen und zu managen.

  • Frühwarnung statt Reaktion auf akute Schäden

  • Präzise Bewässerung statt Gießen auf Verdacht

  • Bessere Planung von Sortenwahl und Ernteterminen

Ob auf dem Acker oder im Gewächshaus – HSDD sind ein unverzichtbares Werkzeug für eine zukunftssichere, resiliente Landwirtschaft.

Quellen zum Weiterlesen

  • Jeffrey, C., Ziems, L., Kaiser, B. & Trethowan, R. (2025)
    ‚A growing degree day model determines the effect of temperature stress on diverse chickpea genotypes‘,
    Frontiers in Plant Science, 15.
    doi:10.3389/fpls.2024.1496629.Relevanz: Diese Studie zeigt, dass Stress Degree Days (SDD) – eine Erweiterung des Growing Degree Day-Modells – signifikant mit Ertragsverlusten und einer Verringerung der Samengröße bei Kichererbsen korrelieren.
  • Zhang, F., Guo, E., Liu, Z., Zhou, L., Batchelor, W.D., Li, S. & Yang, X. (2025)
    ‚Evaluation of high temperature effects on maize in Xinjiang province using the DSSAT-CERES-Maize model‘,
    European Journal of Agronomy, 172.Relevanz: Die Forscher quantifizierten die Auswirkungen von Hitzestress auf Mais und fanden heraus, dass der Maisertrag für jeden 1 °C·d Anstieg der Hitzegradtage (Heating Degree Days) während kritischer Phasen um 0,6 % bzw. 0,3 % sinkt.
  • Purdue University, Midwestern Regional Climate Center (MRCC) (o.J.)
    About the MRCC Modified Stress Degree Day Product.
    Verfügbar unter:
    https://www.mrcc.purdue.edu/index.php/VIP/aboutSDD
    (Zugriff: August 2026).Relevanz: Hier wird die vereinfachte Berechnung von SDD erläutert: Differenz zwischen der täglichen Höchsttemperatur und der optimalen Temperatur für die Pflanze (z.B. 86°F für Mais). Zudem wird der praktische Richtwert genannt, dass es bei einer SDD-Summe über 140 schwierig wird, einen überdurchschnittlichen Maisertrag zu erzielen.
  • Purdue University, Midwestern Regional Climate Center (MRCC) (o.J.)
    Modified Stress Degree Days for Corn.
    Verfügbar unter:
    https://mrcc.purdue.edu/index.php/VIP/indexSDD
    (Zugriff: August 2026).Relevanz: Diese Seite bietet einen weiteren Überblick über die Anwendung von Stress Degree Days zur Verfolgung von Hitzestress bei Pflanzen während der Vegetationsperiode.

Weiterführende Literatur (empfohlen):

  • McMaster, G.S. & Wilhelm, W.W. (1997)
    ‚Growing degree-days: one equation, two interpretations‘,
    Agricultural and Forest Meteorology, 87(4), S. 291–300.
    doi:10.1016/S0168-1923(97)00027-0.Relevanz: Grundlagenwerk zur Berechnung und Interpretation von Gradtag-Modellen in der Landwirtschaft.
  • Ritchie, J.T. & Nesmith, D.S. (1991)
    ‚Temperature and crop development‘, in: Hanks, J. & Ritchie, J.T. (Hrsg.)
    Modeling Plant and Soil Systems.
    Madison: American Society of Agronomy, S. 5–29.Relevanz: Klassische Einführung in die temperaturbasierte Modellierung von Pflanzenentwicklung und Stressreaktionen.

🤞 Don’t miss these tips!

We don’t spam! Read more in our privacy policy